Rosen im Rosarium

Kommen Sie schon im Mai ins Europa-Rosarium

Frühblühende Strauchrosen im Europa-Rosarium Sangerhausen

    Leise zieht durch mein Gemüt
    Liebliches Geläute.
    Klinge, kleines Frühlingslied,
    Kling hinaus ins Weite.
    Kling hinaus, bis an das Haus,
    Wo die Blumen sprießen,
    Wenn du eine Rose schaust,
    Sag, ich laß sie grüßen.

Wer kennt nicht das kleine Frühlingslied von Heinrich Heine? Als Frühlingsblumen werden in Gedichten meist Veilchen genannt, auch mal Schneeglöckchen, Primeln oder Anemonen. Aber Rosen? Der Rosenmonat ist der Juni. Es gibt aber viele Rosen, die in Sangerhausen schon im Mai blühen, manchmal sogar schon im April.
Je nach Gegend und Witterungsverlauf kann frühblühend eine unterschiedliche Zeit bedeuten. Was in warmen Gegenden März/April bedeutet, ist in Sangerhausen eher Mai.
Frühblühende Strauchrosen sind fast alles Wildrosen oder Wildrosenkreuzungen oder noch sehr nahe Verwandte der Wildrosen.
In Sangerhausen blüht meist die Nadelrose, Rosa acicularis zuerst, ihre rosa Blüten locken erste Insekten an. Im Allgemeinen wird aber die Gruppe der Pimpinellifoliae, der bibernellblättrigen Rosen, als Frühlingsrosen bezeichnet. Dazu gehören nicht nur die eigentliche Rosa pimpinellifolia, sondern auch andere asiatische Wildrosen wie Rosa ecea Rosa primula, Rosa xanthina, Rosa hugonis, Rosa omeiensis und auch Rosa foetida. Nicht nur die eigentlichen Wildrosenarten bilden im Frühjahr spektakuläre Blütensträucher die von zahlreichen Insekten besucht werden. Beeindruckend sind vor allem die prächtigen Wildrosenkreuzungen, die mit ihrem üppigen Blütenflor und den leuchtenden Farben eine Attraktion für jeden Park oder Garten darstellen.
Den Blütenreigen dieser Gruppe bilden Formen von Rosa ecea, wie deren Subspezies primula und eine spontan entstandene Kreuzung aus Rosa ecea und Rosa pimpinellifolia, die Sorte ‚Helen Knight‘.
‚Helen Knight‘ bildet einen breiten Strauch dessen rotbraune Triebe über und über mit leuchtend gelben Blüten bedeckt sind, die von weitem wie ein gelbes Tuch leuchten, zumal die kleinen Blätter völlig von den Blüten verdeckt werden.

Die eigentliche Rosa pimpinellifolia wird heute wieder als Rosa spinosissima bezeichnet. Es gibt eine große Anzahl von spontan entstandenen Formen und Sorten, aber auch einige wunderschöne Züchtungen.
Rosa spinosissima heißt die dornige Rose weil die Triebe mit zahlreichen spitzen Stacheln und Borsten besetzt sind. Sie wird auch als Dünen-, Burnet- oder Schottische Rose bezeichnet, weil sie auf den Nordseeinseln und in Schottland einst sehr verbreitet war. Die Ursprungsform bleibt niedrig von 0,5m bis 1m. Die Blüten sind einfach von 2 bis 5 cm. Die Blütenfarbe ist weiß. Heute wird sie dort von Rosa rugosa verdrängt. In Baumschulen kann man die sibirische Form Rosa spinosissima var. altaica kaufen. Diese ist höher und wüchsiger als die ursprüngliche Form. Vor einigen Jahren bot die Firma Tantau eine niedrige Auslese aus der reinen Rosa spinosissima die Sorte ‚Compactila‘ zum Kauf an. ‚Compactila‘ bildet im Frühjahr einen tollen Blütenteppich und ist mit ihrem dunkelgrünem Laub auch später noch ein ausgezeichneter Bodendecker.

In Schottland waren um 1800 etwa 200 verschiedene Burnetrosen verbreitet. Von ihnen sind heute nur noch wenige vorhanden.
Es gibt einige mehr oder weniger gefüllte rosa Formen von Rosa spinosissima wie, Townsend, Staffa oder auch Double Blush, die Blütenfarbe variiert zwischen helleren und dunkleren rosa-Tönen. Sie alle haben eins gemein, ihre bezaubernden oft kugeligen Blüten haben einen lieblichen Duft und erinnern uns an alte Märchen.

Die öfterblühende ‚Stanwell Perpetual‘ gab es schon seit etwa 200 Jahren. Es ist eine Kreuzung aus Rosa spinosissima und Rosa x damascena. Sie blüht von Mai bis zum Frost. Die Triebe sind relativ dünn und hängen über, dadurch entsteht ein etwas liederlicher Strauch. Die Sorte ist jedoch bestens für Hochstämme geeignet. Zumal die lieblich duftenden, gefüllten rosa Blüten sich dann direkt in Nasenhöhe befinden. Die Sorte ist frosthart und benötigt keinen Winterschutz. Aus ihr entstanden sind ‚Mon Amie Claire‘ (rosa) und ‚Paula Vapelle‘ (weiß) beide von Ivan Loutte. Sie wachsen aufrechter und kompakter und sind für kleinere Gärten geeignet.

Einige rote Sorten sind durch Hybridisierung mit Arten der Gruppe Cinnamomeae entstanden.
Einen beeindruckenden Strauch bildet die sehr zeitig blühende Sorte ‚Glory of Edzell‘ sie wird seit etwa 1900 in Großbritannien kultiviert. Die großen, einfachen Blüten sind dunkelrosa und im Zentrum weiß. Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass das weiß der Mitte in die rosa Farbe übergeht und die Blütenblättchen leicht marmoriert sind.

Die Sorten ‚Single Red Scotch‘, ‚Single Cherry‘ und ‚Red Nelly‘ sind sehr ähnlich. Sie alle haben einfache Blüten von karminroter Farbe und die Rückseite ist heller. Die Sträucher werden bis 1,50 m hoch und bilden viele Ausläufer,

Mit ihren kugligen rosa Blüten ist die wahrscheinlich in Schweden entstandene Sorte Poppius ein besonderer Hingucker, Ihre Abstammung liegt im Dunkeln, die länglichen dunkelroten Hagebutten deuten auf Rosa spinosissima und eine Cinnamomeae Form hin. Ihre Blüten haben einen süßen Duft.

Die Sorte ‚Albert Edwards‘ hat Hillier 1938 in den Handel gebracht. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Rosa hugonis x Rosa spinosissima. Die prächtigen überhängenden Sträucher werden bis 2,5m hoch und ebenso breit. Die Triebe sind dicht mit etwa 5 cm großen hellgelben duftenden Blüten besetzt. Sie ist eine tolle Konkurrenz zu anderen frühblühenden Sträuchern.

Wilhelm Kordes züchtete in den dreißiger Jahren seine berühmte „Frühlingsserie“. Er kreuzte spinosissima Formen mit modernen Rosen und erzielte große Strauchrosen mit eindrucksvollen Blüten. Dazu gehören ‚Frühlingsgold‘, ‚Frühlingstag‘, ‚Frühlingsmorgen‘, ‚Frühlingszauber‘ und ‚Frühlingsduft‘.
‚Frühlingsduft‘ remontiert als einzige Sorte dieser Frühlingsserie. Die edel wirkenden Blüten sind pfirsichrosa und verströmen einen lieblichen Duft. Auch im Herbst erscheinen noch schöne duftende Blüten.

Im 16. Jahrhundert wurden aus Kleinasien Rosa foetida (oder Rosa lutea) und Rosa foetida ‚Bicolor‘ über die Türkei und Österreich eingeführt. Die Engländer bezeichneten sie deshalb als ‚Austrian Yellow-‚ oder ‚Austrian Copper Rose‘. Die leuchtend gelben oder kupfrigroten Blüten rochen sehr unangenehm deshalb, der Name foetida (stinkend). Der Name lutea (gelb) wurde namensgebend für die gesamte Gruppe. Von diesen Wildrosen kam der leuchtend gelbe oder orangefarbene Farbton in unsere modernen Rosen. Diese wurden zunächst als Lutea-Hybriden bezeichnet, darunter gibt es auch einige Strauchrosen zum Beispiel ‚Wildenfels rosa‘, Star of Persia, oder ‚Karl Förster‘. Hier sind es jedoch die Wildformen, die ein spektakuläres Farbspiel in unsere Gärten bringen.


Der dänische Züchter Peterson brachte Mitte der 60ger Jahre die leuchtend gelbe Spinosissima-Hybride ‚Aicha‘ heraus. Die großen leichtgefüllten Blüten haben ein dunkles Auge und einen wunderschönen Kranz von Staubgefäßen. Der Strauch wird bis 2 m hoch und ebenso breit und remontiert recht gut.

Hier an dieser Stelle kann ich nur einige der Frühblühenden Strauchrosen vorstellen. Ich lade Sie herzlich ein: Es lohnt sich das Rosarium schon im Mai zu besuchen, zumal viele andere Frühblüher zu dieser Zeit ihre Pracht entfalten.